Marke & Branding

Der Stimmprofil-Generator

„Mit langjähriger Erfahrung und großer Leidenschaft unterstütze ich meine Kunden dabei, ihre Ziele zu erreichen." So schreibt eine KI, die Dich nicht kennt. Daran ändert auch die fünfzigste Prompt-Liste nichts.

Was hilft: Sie muss erst etwas über Dich wissen. Wie lang Deine Sätze sind und welche Wörter Du magst, liest sie sich selbst aus Deinen Texten zusammen. Die fünf Fragen hier sind die, bei denen sie ohne Dich nicht weiterkommt.

Füll aus, so ausführlich oder so knapp Du magst. Unten steht danach ein fertiger Text. Den kopierst Du in Claude oder ChatGPT, und am Ende hast Du Dein Stimmprofil.

Deine Antworten bleiben bei Dir.

Alles, was Du hier eintippst, bleibt in Deinem Browser. Damit nichts verloren geht, merkt sich die Seite Deine Antworten auf Deinem eigenen Gerät. Hochgeladen wird nichts, gespeichert wird nichts bei mir, und ich sehe davon kein Wort. Ganz unten kannst Du alles wieder löschen.

Vorher: Sammel Dir drei bis fünf Texte

Eine Mail an eine Kundin, ein Post, der Text von Deiner Über-mich-Seite. Nimm die, bei denen Du beim Lesen denkst: Ja, so rede ich. Wichtig ist nur eins: von Dir geschrieben, nicht von der KI. Sonst lernt sie ihre eigene Stimme, und die kennt sie schon.

Die Texte brauchst Du erst am Schluss, wenn Du den fertigen Text in Deinen Chat einfügst. Leg sie Dir trotzdem jetzt schon zurecht. Und wenn einer davon besonders nach Dir klingt, schreib in einem Satz dazu, woran Du das merkst. Für die KI ist das der wertvollste Hinweis im ganzen Paket.

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Frage 1

An wen schreibst Du eigentlich?

Deine Zielgruppe steht wahrscheinlich irgendwo auf Deiner Website. „Selbstständige zwischen 30 und 50" hilft der KI aber ungefähr so viel wie „Menschen". Sie braucht eine Person, die sie sich vorstellen kann. Eine einzige.

Zu blass Kleine und mittlere Unternehmen aus der Region.
So wird es brauchbar Anja, 44, hat vor zwei Jahren einen Friseursalon aufgemacht. Kann alles außer Buchhaltung und hat Angst, was falsch zu machen. Schreibt mir abends um halb elf.

Frage 2

Was soll diese Person fühlen, wenn sie fertig gelesen hat?

Hier entscheidet sich, ob ein Text nach Dir klingt oder nach Broschüre. Zwei Leute können denselben Inhalt schreiben, und die eine beruhigt damit, die andere macht Druck. Aus Deinen Texten allein liest die KI das nicht heraus, weil sie Deine Absicht nicht kennt.

Zu blass Sie soll gut informiert sein.
So wird es brauchbar Erleichtert. Sie soll denken: Ok, das ist machbar. Und ich bin nicht blöd, weil ich das vorher nicht wusste.

Frage 3

Was ist bei Dir gesetzt?

Die Kleinigkeiten, über die Du Dich hinterher jedes Mal ärgerst. Du oder Sie, gendern oder nicht, Fachbegriffe nennen oder weglassen. Wenn Deine gesammelten Texte da nicht einheitlich sind, rät die KI. Und sie rät falsch.

Zu blass Locker, aber professionell.
So wird es brauchbar Immer Du, groß geschrieben. Kein Gendern. Fachbegriffe wie Umsatzsteuervoranmeldung darf ich nennen, muss sie aber im selben Satz erklären. Keine Ausrufezeichen.

Frage 4

Welche Wörter kommen bei Dir nicht vor?

Die Frage, die am schnellsten wirkt. Ein einziges falsches Wort reicht, damit ein ganzer Text fremd klingt. Und Deine Verbote kennst Du sofort, da musst Du nicht lange überlegen. Aus Deinen Texten kann die KI sie trotzdem nicht ablesen, denn was fehlt, steht da nicht drin.

Zu blass Nichts Unseriöses.
So wird es brauchbar Mandant sage ich nie, ich sage Kundin. Kein „gerne unterstütze ich Sie dabei". Kein „ganzheitlich". Und niemals „Steuern sparen leicht gemacht".

Frage 5

Wie klingen die anderen in Deinem Bereich, und wo willst Du anders klingen?

Deine KI hat tausende Websites aus Deiner Branche gelesen. Wenn Du ihr nicht sagst, wovon Du weg willst, landet sie genau in der Mitte davon. Das ist die einfachste Frage auf dieser Seite, denn das Gerede der anderen geht Dir sowieso auf die Nerven. Schreib einfach auf, was Dich daran ärgert.

Zu blass Ich bin persönlicher als die meisten.
So wird es brauchbar Auf jeder zweiten Kanzlei-Seite steht „kompetent, zuverlässig, partnerschaftlich", dazu ein Foto mit verschränkten Armen. Bei mir darf stehen, dass Buchhaltung nervt. Ich will klingen wie die Nachbarin, die zufällig Steuern kann.

Und das kopierst Du jetzt in Deinen Chat

Der Text unten wächst mit, während Du oben ausfüllst. An einer Stelle musst Du noch selbst ran: Da, wo die eckige Klammer steht, fügst Du Deine gesammelten Texte ein.

Dein fertiger Text

Wohin das Profil danach gehört

Claude gibt Dir am Ende ein Dokument. Das gehört Dir, und es ist nur eine Textdatei. Genau das ist der Punkt, denn eine Textdatei versteht jedes KI-Werkzeug.

Es gibt drei Orte dafür: das Projekt, der Chat und Dein eigener Rechner. Fang mit einem an. Und lies weiter unten, warum am Ende meistens zwei davon zusammenkommen.

1. Das Projekt

Projekte sind Bereiche in Claude, in denen Du zu einem Thema arbeitest. Du findest sie in der Leiste am linken Rand und kannst dort auch neue anlegen. Alles, was in einem Projekt liegt, liest Claude in jeder Unterhaltung dieses Projekts automatisch mit. Du musst es nie wieder erwähnen. Das geht auch im Gratis-Konto, dort sind höchstens fünf Projekte drin.

Der bequemste Weg für den Alltag. Gut ist auch: Für Deinen Newsletter und für Deine Kundenmails kannst Du getrennte Projekte anlegen, jedes mit seinem eigenen Ton.

2. Der Chat

Datei am Anfang der Unterhaltung anhängen, fertig. Bei jedem neuen Chat einmal. Etwas mehr Klickerei, dafür musst Du nichts einrichten und es funktioniert in jedem Werkzeug, auch in einem, das Du zum ersten Mal ausprobierst.

3. Dein eigener Rechner

Hier liegt das Original. Speicher das Profil als ganz normale Datei bei Dir ab, an einem festen Ort, den Du Dir merken kannst. Ich lege solche Dateien in einen Unterordner namens Kontext. Das ist meine eigene Ordnung, keine Vorgabe von Claude.

Wenn Du mit Cowork oder Claude Code arbeitest und einen Ordner von Deiner Festplatte mit Claude verbunden hast, kannst Du direkt darauf zeigen. Gemeint ist ein ganz normaler Ordner auf Deinem Computer, kein Bereich in Claude.

  1. Profil im verbundenen Ordner als stimme.md speichern.
  2. Claude einmal sagen: „Die Datei stimme.md in meinem Kontext-Ordner beschreibt, wie ich schreibe. Lies sie und halte Dich ab jetzt bei jedem Text daran."

Und jetzt das Wichtigste: Du kannst das mischen

Die drei Orte schließen sich nicht aus. So sieht das bei mir aus, und so empfehle ich es auch weiter:

Eine Sache musst Du dabei im Kopf behalten: Wenn Du das Profil änderst, änderst Du erst die Datei auf Deinem Rechner. Danach die Kopie im Projekt austauschen. Sonst arbeitest Du mit zwei Fassungen, die auseinanderlaufen.

Bei ChatGPT läuft es genauso

Das Profil ist eine ganz normale Textdatei, kein Claude-Zubehör. Bei ChatGPT gibt es ebenfalls Projekte, in die Du Dateien legen kannst, und auch dort im Gratis-Konto, mit höchstens fünf Dateien je Projekt. Anhängen an eine einzelne Unterhaltung geht sowieso. Die Knöpfe heißen anders, das Prinzip ist dasselbe. Wechselst Du das Werkzeug, nimmst Du die Datei mit und erklärst nichts noch einmal.

Eins noch, damit Du nicht enttäuscht wirst

Das Profil ist nach einer Stunde gut. Fertig ist es nicht. In den nächsten Wochen wirst Du Sätze lesen und denken: So würde ich das nie sagen. Genau das sagst Du dann Claude, und das Profil wird jedes Mal schärfer. Bei mir hat das ein paar Wochen gedauert. Heute erkenne ich meine Texte wieder, auch wenn Claude den ersten Entwurf geschrieben hat.

Und jetzt?

Wenn Du den Blick von außen willst

Die eigene Marke sieht man selbst am schlechtesten, man ist einfach zu nah dran. Deine Stimme ist dabei nur ein Teil. Dazu gehören auch Deine Positionierung, Deine Farben, Deine Bildsprache.

Genau das ist mein KI-Markenprofil, und wir bauen es zusammen. Dein Teil ist klein: ein Steckbrief und eine Viertelstunde Gespräch. In meinen Teil fließen über zehn Jahre Branding. Die Datei gehört danach Dir, und jedes KI-Werkzeug arbeitet damit in Deiner Marke.

So läuft das ab

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